Fachausschuss Innovative thermische Verfahren zur Biomassenutzung

Weiterentwicklung des Fachausschusses Biokohle im ANS e.V. zum Fachausschuss „Innovative thermische Verfahren"

 

Der Arbeitskreis zur Nutzung von Sekundärrohstoffen und für Klimaschutz ANS e.V. plant die Neugestaltung des bisherigen Fachausschusses Biokohle, der Kommunen, Planern und Betreibern von Anlagen sowie weiteren Interessierten eine Plattform für den Austausch über innovative thermische Prozesse wie Vergasung, Pyrolyse, hydro- und vapothermale Carbonisierung etc. bietet. Schwerpunkt soll dabei die Einbindung dieser Technologien in zukünftige Konzepte zur Behandlung, stofflichen und energetischen Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe sein.

 

In Deutschland finden sich inzwischen viele Projekte zur energetischen Nutzung verschiedener Biomassefraktionen, in denen nicht nur klassische Feuerungen oder Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Vergasertechnologien existieren in unterschiedlichen Größenordnungen zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung. Auch die Herstellung von Pflanzenkohlen mittels Pyrolyseverfahren und hydro- oder vapothermaler Carbonisierung (HTC) sowie deren Nutzung als Energieträger, in der Landwirtschaft oder in industrieller Anwendung findet sich mittlerweile immer häufiger. Dennoch bestehen weiterhin viele Fragen bzgl. technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die je nach Standort und lokalen Gegebenheiten unterschiedlich zu bewerten sind.


Dem Einsatz der verschiedenen Technologien sollten ganzheitlichen Betrachtungen zu Auslegung und Betrieb vorangestellt werden, um jeweils optimale Lösungen zu finden. Insbesondere Bilanzierungen zur wirtschaftlichen und ökologischen Effizienz von Prozessketten zur möglichst gekoppelten Erzeugung von Strom, Wärme, Kraftstoffen, Plattformchemikalien als Grundstoffe für die Industrie oder sonstigen Werkstoffen aus biogenen Rohstoffen bieten eine wesentliche Grundlage für Investitionsentscheidungen. Der ANS e. V. sieht trotz der momentan in Deutschland verschlechterten Rahmenbedingungen für klassische, EEG-geförderte Bioenergieanlagen weiterhin einen großen Bedarf an einer nachhaltigen stofflichen und energetischen Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe. Die auf der Pariser Klimakonferenz vereinbarten Ziele sowie steigende Probleme mit nicht nachhaltiger Energieversorgung und wachsenden (Bio-) Abfallströmen in den dicht besiedelten Regionen dieser Welt sprechen dafür, dass diese Arbeiten langfristig einen hohen Stellenwert behalten werden. Aktuelle Projekte und Aktivitäten von Industrie und Forschung zeigen, dass eine Wirtschaftlichkeit häufig auch außerhalb des EEG gegeben ist; beispielsweise bei der Vergärung organisch belasteter Abwässer. Weitere Möglichkeiten für deutsche Firmen finden sich im europäischen Ausland (und vielleicht auch zukünftig in Deutschland), wo z.B. die Nutzung von Pflanzenkohlen aufgrund deren Wasser-und Nährstoffbindekapazitäten im Hinblick auf durch den Klimawandel verursachte längere Trockenperioden und intensivere Regenereignisse große Vorteile beim Oberflächenwassermanagement und bei der Pflege städtischen Grüns verspricht.


Der ANS e.V. möchte dazu beitragen diese Chancen zu nutzen und im Rahmen seines weiterentwickelten Fachausschusses den Informationsaustausch und das Initiieren konkreter Projekte fördern. Hierzu dienen u.a. das Vorstellen von Best-Practice-Beispielen und neuen Entwicklungen, Diskussionen über Chancen und Hemmnisse sowie die Erarbeitung von Stellungnahmen zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.


In einem Statusseminar sollen gegen Ende des Jahres 2019 der Bedarf und die konkrete Zielrichtung diskutiert und das weitere Vorgehen geplant werden. Der Termin wird im Laufe der nächsten Wochen geplant und bekannt gegeben. Anlagenhersteller und Betreiber sowie sonstige Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Besprechung teilzunehmen oder vorab Vorschläge für die inhaltliche Ausgestaltung und konkrete Aktivitäten zu machen.


Ansprechpartner sind aus dem Vorstand Prof. Loewen an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (achim.loewen@hawk.de; Tel 0551 5032 257) sowie die Geschäftsstelle des ANS e.V.